Festschrift: 450 Jahre Friedrich-Wilhelm-Gymnasium - Zukunft braucht Herkunft

In der zum Jubiläum erschienen Festschrift beschäftigen sich über 50 Autorenbeiträge – darunter auch zahlreiche prominente „Externe“ – aus den verschiedensten Blickwinkeln mit dem Zukunftsthema schlechthin: Schule und Bildung in unserer Gesellschaft an der Schwelle zum 21. Jahrhundert.
 
Mit der Festschrift gehen die Herausgeber einen neuen Weg: Schule und ehemalige Schüler haben sich zusammengesetzt, um in einem gemeinsamen Projekt die Festschrift zum 450-jährigen Schuljubiläum zu konzipieren, zu schreiben, zu gestalten und redaktionell zu begleiten. Die Zusammenarbeit von engagierten Lehrkräften und ehemaligen Schülerinnen und Schülern, die entsprechend ihrem Verständnis als Teil der Schulgemeinschaft ihre berufliche Erfahrung einbrachten, war spannend und hat sich bewährt.
Befassten sich die 1913 und 1961 zu den Jubiläen des FWG herausgegebenen Festschriften überwiegend  mit der Geschichte des Gymnasiums und das 1986 erschienene Begleitbuch zur Ausstellung mit der optischen Dokumentation der Vergangenheit, so haben sich die Herausgeber diesmal für das Generalthema Bildung entschieden und dabei wichtige Aspekte der vergangenen 50 Jahre aufgearbeitet. FWG-Spezifika haben naturgemäß darin ihren angestammten Platz erhalten, darüber hinaus werden auch bildungspolitische Akzente gesetzt werden.

Bildung ist nicht nur ein Grundbegriff der Pädagogik, wonach die Schüler zu einer sich selbst bestim­menden Individualität zu leiten sind. Gerade in der postindustriellen Gesellschaft dient Bildung der Bewahrung von Wohlfahrt und Selbstständigkeit rohstoffarmer Staaten. Auch von daher erhalten Bildungsinhalte eine eminente Bedeutung in Landes-, aber auch Bundespolitik. Dabei darf die personale Einheit des Menschen und - daraus folgend - die Forderung ganzheitlicher Allgemeinbildung nie aus den Augen verloren werden.

Am Beispiel des Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums will die Festschrift den Standort eines Gymnasiums mit humanistischer Bildungstradition und einem Angebot von alten Sprachen beschreiben und die Zukunftsaussichten ausloten.

Aufbauend auf dem Konzept für die Festschrift entstand eine Abfolge von unterschiedlich langen
Beiträgen, die sowohl allgemeine gesellschaftliche Tendenzen als auch deren Auswirkung auf Bildung und den Unterricht am FWG zum Thema haben.

Der Philosoph Odo Marquardt mahnt: Zukunft braucht Herkunft. Das ist der Titel der Schrift, und deshalb stehen auf dem Umschlag und zu Beginn die zwei wohl bekanntesten Schüler des FWG:
Karl Marx und Oswald von Nell-Breuning.
Die Zeitenwende 1989/90 erforderte zusätzlich eine Betrachtung zur Frage, was künftig von Karl Marx bleibt. Den zentralen Aufsatz zur Zukunft des Gymnasiums liefert der ehemalige FAZ-Redakteur Kurt Reumann.
Im nächsten Abschnitt berichten Lehrer aus den Fachbereichen alte Sprachen, Musik, Bildende Kunst, Darstellendes Spiel und Sport über ihren Unterricht.
Das erste Kapitel beschließen die Beiträge zu Themen wie Lernziel Demokratie, Bildungsideale, Medienkompetenz sowie Berufsorientierung in der Schule.

Zu Beginn des zweiten Kapitels stehen Rückblicke in die Zeit des Nationalsozialismus und von der Nachkriegszeit bis in die Gegenwart. Dazu zählen auch persönliche Erinnerungen an das bischöfliche Konvikt, das vielen Schülern aus der Großregion Trier den Besuch des FWG ermöglichte.
Da das Schulgebäude vor 50 Jahren errichtet wurde und somit ein kleines Jubiläum feiert, ist ihm ein eigener Beitrag gewidmet.
Zur großen Schulfamilie zählen der Verein der Ehemaligen, die Stiftung res et verba und der Verein der Freunde und Förderer des FWG, die sich mit eigenen Beiträgen vorstellen. Abgerundet wird das Kapitel mit Berichten zu Partnerschulen des FWG.
Dem glücklichen Umstand, dass der offizielle Festakt zur 450-Jahrfeier bereits am Jahrestag, dem 3. Februar 2011, gefeiert wurde, verdanken wir die brandaktuelle Berichterstattung mit Impressionen rund um die Feierlichkeiten in der Promotionsaula.
Am Ende des Buches, im dritten Kapitel stehen Namen, Daten, Zahlen aus dem Schulleben.
Schließlich ist auf die ausführliche ausklappbare Zeitleiste hinzuweisen, die in Kurzform die Schulgeschichte im Spiegel der Trierer Stadtgeschichte und der relevanten zeitgeschichtlichen Ereignisse anschaulich präsentiert.

Die künstlerische Gestaltung des Buchtitels stammt von
Kunstlehrer Horst Meurer und den Schülerinnen seiner Mal-AG (hier vor allem Sophia Backendorf, Katharina Dewald, Josephine Jeibmann, Sophie Meurer, Amelie Sauttier, Rebecca Wabschke und Luiza Wieneke), deren großformatige Tempera-Bildnisse die Grundlage der Titelgrafik bilden.
Modern und dennoch der Tradition verbunden, zeigt das Cover eng mit dem FWG verhaftete Persönlichkeiten, die sicher auch vom FWG geprägt worden sind, aber mindestens ebenso das FWG geprägt haben.


450 Jahre Friedrich-Wilhelm-Gymnasium Trier, Festeinband, 17 x 24 cm, ca. 450 Seiten, viele Abbildungen, ISBN 978-3-7902-0231-1,  24,90 €. (bei Bestellung über den Verlag zzgl. 4,75 € Versandkosten).