Klimawandel findet STADT: Mobilitätsprojekt mit der Uni Trier (EK-LK 12)

Immer wieder tauchen die Themen Erderwärmung und Klimawandel in der Schule auf - ganz besonders oft natürlich im Erdkunde-Unterricht. Doch was hat das Ganze wirklich mit uns zu tun? Was bedeutet Klimawandel für Trier und was sind notwendige Anpassungsmaßnahmen?

Mit diesen Fragen befasste sich der Erdkunde-Leistungskurs 12 im Rahmen eines Kooperationsprojektes mit der Universität Trier. Die an verschiedenen Hochschulen arbeitende Arbeitsgruppe „Klimawandel findet STADT“ hat Module erarbeitet, mit deren Hilfe Oberstufenschüler dem Klimawandel in ihrer jeweiligen Stadt auf die Spur kommen können.

Für die FWG-Schüler sollte sich alles um das Thema Mobilität drehen. Wie schon die Wortwolke (siehe Bild) eines ersten Brainstormings zu Trierer Verkehrsproblemen zeigte, fiel es den Schülern nicht schwer, sich auf das Thema einzulassen, da sie ja selbst alle als Verkehrsteilnehmer Experten und Problembetroffene sind. In einem nächsten Schritt machten sie sich in Gruppen auf, um im Realraum der Umgebung des FWG neuralgische Verkehrspunkte zu untersuchen (Verkehrszählung, Busfahrpreise, ÖPNV-Netz, Verkehrssicherheit für Radfahrer usw.). Nach intensiver Beschäftigung mit einem computerbasierten Planspiel zur Verkehrs- und Städteplanung entwickelten die Schüler eine Homepage, auf der sie Verbesserungsvorschläge für bestimmte Mobilitätsthemen in Trier erläuterten.

Zum Abschluss des Projektes kam Verkehrsplaner Wilko Kannenberg vom Stadtplanungsamt Trier zu uns ins FWG. Die Schülergruppen präsentierten ihre Vorschläge und hörten interessiert den Ausführungen des Experten zu. Es zeigte sich, dass die Schüler einige heiße Eisen aufgegriffen hatten (wie z. B. den Einsatz von E-Bussen, Park&Ride-Parkplätze, ein verbessertes Fahrradwegenetz, bessere ÖPNV-Anbindung der Region an die Stadt Trier), die bereits von den Planern diskutiert bzw. auch schon umgesetzt werden. Die Schüler bekamen einen umfassenden Einblick in Planungsprozesse und auch einen Eindruck davon, wie langwierig und mühsam die demokratische Umsetzung einer fachlich sinnvollen Idee sein kann. Nicht zuletzt verhindert ein enger finanzieller Rahmen so manche ökologisch und planerisch notwendige Maßnahme. In der lebhaften Diskussion wurde allerdings auch klar, dass es oft unsere eigenen bequemen Entscheidungen sind, die einer effektiven CO2- oder Feinstaub-Reduzierung im Wege stehen. Dennoch lassen die vielen Schüler-Statements, die sich für eine stärkere Förderung von ÖPNV und Fahrradverkehr aussprachen, für die zukünftige (nachhaltige) Verkehrsentwicklung von Deutschlands ältester Stadt hoffen.

Thorsten Walter