Raus aus der Schule, rein in die Realität

Unser Schüler Raphael Leukel (MSS 12) berichtet über sein Praktikum bei Merck in Darmstadt.

Raus aus der Schule, rein in die Realität „Was mach ich nach der Schule?“ Das fragen sich wohl viele. Aber selbst wenn man schon ungefähr weiß, in welche Richtung es gehen soll, hat man keine Ahnung wie die Realität aussieht. So geht es auch vielen meiner Mitschüler. Deswegen gibt es zum Glück die Möglichkeit, ein Praktikum zu absolvieren, um mit Menschen aus einem bestimmten Berufsfeld in Kontakt zu kommen, die bei der Selbstfindung weiterhelfen. Solch eine Person habe ich in meinem Praktikum bei Merck, einem deutschen Chemie- und Pharmakonzern mit Sitz in Darmstadt, treffen dürfen. Nach einer Exkursion mit meinem Chemie-Leistungskurs zum Werksgelände von Merck ist mir die Idee gekommen, ein Praktikum bei Merck zu machen. Beim Wiedersehenstreffen der Ehemaligen hat Herr Dr. Hein Frau Brucherseifer angeboten, dass er Schülerinnen und Schüler des Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums Werksbesichtigungen bei Merck ermöglichen kann. Frau Brucherseifer vermittelte den Kontakt zu Herrn Burg, der seither die Exkursionen organisiert. In Trier gibt es leider keine Chemie- oder Pharma-Konzerne in dieser Größenordnung, was ein Praktikum in diesem Bereich vor Ort gar nicht erst möglich macht. Darum gehört eine gewisse Reisebereitschaft dazu, wenn man Erfahrungen in einem bestimmten Bereich einer Firma mit gleichem oder größerem Ausmaß sammeln will. In der Zeit vom 23.04 - 30.04.2019 habe ich bei Herrn Dr. Hartmut Hein (Head of Regulatory Project & Submission Management) viel über Leadership, Business Relations und -Structures lernen dürfen. Stumpfes Abarbeiten von meterhohen Papierbergen, wie ich es schon in einem anderen Praktikum erlebt habe, war hier fehl am Platz. Stattdessen praktische Teilnahme am Alltag eines Managers. Ich wurde auf nahezu jedes Meeting mitgenommen, mit durchaus sehr interessanten Gesprächspunkten, über die ich nichts erzählen darf, da es sich fast immer um firmeninterne Themen handelt, die nicht an Dritte weitergegeben werden dürfen. Dabei bin ich mit Arbeitskollegen von Herrn Dr. Hein ins Gespräch gekommen und durfte eine Menge über Medikamentenzulassungen erfahren. Durch die umfassende Betreuung wurde auf meine Fragen und Anregungen schnell und direkt eingegangen, was mir auch ein Verstehen der komplexen Zusammenhänge dieses Arbeitsbereichs ermöglichte. Zudem muss man sagen, dass alle Meetings, in denen ich dabei war, auf Englisch stattfanden, was mir, als Englisch-Leistungskurs-Schüler, auf Grund vieler Fach- und Business-Begriffe teilweise sehr schwer viel. Meine Unterkunft in Darmstadt habe ich, wie mein Praktikum, selbst organisieren müssen. Da ich meine Kosten klein halten wollte, habe ich mir eine Privat-Wohnung über Airbnb genommen, was im Vergleich zum Hotel wesentlich günstiger ist. Darüber hinaus konnte ich auch Geld mit dem Essen sparen, da Merck Praktikanten Gutscheine für die aktuellen Tagesgerichte zur Verfügung stellt. Vielen Dank an der Stelle an das Junior Office von Merck. Allumfassend kann man sagen, dass es ein erfolgreiches Praktikum war, was mir einen Mehrwert in Bezug auf meine Berufsorientierung geboten hat und mich einen großen Schritt, hinsichtlich meines Wissens über Leadership, Business Relations und -Structures, nach vorne bringen konnte. Die vielen Einblicke und neuen Erfahrungen, wie Meetings geplant und durchgeführt werden (auch Online), wie interne Kommunikation in einem großen Unternehmen abläuft und wie mit schwierigen Human Resources Themen umgegangen wird, bieten mir ein präziseres Bild der Berufswelt, was mir mehr Selbstvertrauen bei meiner Berufs- und Studienwahl nach dem Abitur verleiht. Rückblickend kann ich sagen, dass sich so gut wie alle meine Erwartungen, wie dass ich vieles über Leadership erklärt bekomme und bei vielen Besprechungen dabei sein darf, erfüllt haben und sogar teilweise übertroffen wurden. Zum Beispiel bei der freien Arbeitszeiteinteilung oder bei der umfassenden Analyse von Zahlen und Fakten über Merck bzw. externe Firmen. Vielen Dank an Herrn Dr. Hein für das tolle Praktikum. Raphael Leukel (MSS 12)