Stolpersteine verlegt für 11 jüdische Abiturienten des FWG (22.02.)

Stolpersteine zum Gedenken an 11 ehemalige jüdische Schüler des FWG, die Opfer der NS-Gewaltherrschaft wurden, markieren jetzt den Eingang zum ehemaligen FWG-Gebäude in der Jesuitenstraße 13.

Unter den gewürdigten ehemaligen jüdischen FWG-Schülern befanden sich sieben Ärzte sowie drei Juristen und der bekannte Komponist Wolfgang "Zeev" Steinberg.

Durch  Recherchen konnte eine in Frankreich lebende Tochter eines der jüdischen Ärzte kontaktiert werden. Sie befürwortete diese Gedenkaktion nicht nur ausdrücklich, sondern unterstützte sie auch mit Fotos und ihren Erinnerungen.

Stolpersteine - ein Zeichen des Gedenkens, aber auch ein mahnender Aufruf zu kritischer Wachsamkeit in unserer Zeit!

Bei den Stolpersteinverlegungen an diesem Tag (auch zum Gedächtnis an Zwangssterilisierte) wurde am Schluss stets ein Gedicht der 1897 in Trier geborenen, 1942 ins KZ Theresienstadt transportierten Schriftstellerin Gerty Spies zitiert, das sie als Überlebende (und spätere Ehrenvorsitzende der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit) der Welt gleichsam als Vermächtnis hinterlassen hat:

Was ist des Unschuldigen Schuld -

Wo beginnt sie?

Sie beginnt da,

wo er gelassen, mit hängenden Armen

schulterzuckend daneben steht,

den Mantel zuknöpft, die Zigarette

anzündet und spricht:

Da kann man nichts machen.

Seht, da beginnt des Unschuldigen Schuld!

M. L-L.