Zwischen „Ostalgie“ und Unrechtsstaat

Eröffnung der Ausstellung „DDR: Mythos und Wirklichkeit“ am Friedrich-Wilhelm-Gymnasium

Mit Erzählungen von ihrem ersten DDR-Besuch im Rahmen eines kirchlichen Austauschs und von ihren Eindrücken einer Reise in die neuen Bundesländer unmittelbar nach dem Mauerfall schilderte Schulleiterin Bärbel Brucherseifer den anwesenden Schülerinnen und Schülern des Sozialkunde-Leistungskurses der 11. Stufe und dem Geschichte-Grundkurses der 12. Stufe ihre ganz persönlichen Erlebnisse anlässlich der Eröffnung der Ausstellung „DDR: Mythos und Wirklichkeit“ am Friedrich-Wilhelm-Gymnasium.

Insgesamt vier Wochen hat die Schülerschaft die Möglichkeit, sich über die Deutsche Demokratische Republik zu informieren und die von der damaligen Staatsführung verbreiteten und bis heute noch vernehmbaren Mythen als solche zu entlarven. So wird beispielsweise die DDR als vermeintlich saubere Sportmacht entzaubert, die Versorgungssituation der Bevölkerung wird kritisch beleuchtet oder es wird die mangelnde Chancengleichheit eines vereinheitlichenden Bildungssystems, das auf kommunistische Erziehung angelegt war und durch Massenorganisationen gestützt wurde, betrachtet. Die Ausstellung, die von der Konrad-Adenauer-Stiftung zur Verfügung gestellt wurde, wird im Unterricht von den Lehrern der Fächer Sozialkunde und Geschichte genutzt, um zum Beispiel eine von Schülern gestaltete Führung zu organisieren und Kennzeichen demokratischer und diktatorischer Systeme zu erfassen und herauszuarbeiten. Außerdem ist es ein Anliegen der Ausstellung, das demokratische Bewusstsein der Schülerinnen und Schüler zu stärken in dem Wissen, dass in der Bevölkerung ein facettenreiches Bild der DDR existiert, das von nostalgischer „Ostalgie“ reicht bis zur Wahrnehmung des Staates als Unrechtssystem.

Die von der Fachschaft Sozialkunde organisierte Ausstellung ist noch bis zum 7. September 2018 im Foyer des Gymnasiums zu besichtigen.

 

Christiane König