Der altsprachliche Zug - Latein Plus

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Altsprachlicher Zug mit "Latein plus"

Das neue Konzept für die Lateinanfänger in der 5. Klasse im altsprachlichen Zweig bedeutet, dass neben Latein als erster Fremdsprache parallel Englisch unterrichtet wird, wodurch an die in der Grundschule erworbenen Kenntnisse der englischen Sprache angeknüpft wird. Gleichzeitig ermöglicht dieses Modell eine größere Flexibilität bei einem eventuellen Schulwechsel.
 "Latein plus" lebt von dem Kontrast und Vergleich von alter und neuer Fremdsprache: Während der Lateinunterricht eher analytisch angelegt ist und seine Schwerpunkte bei Spracherwerb, Sprachbetrachtung, Texterschließung und Übersetzen liegen, steht im Englischen zunächst die Kommunikation im Vordergrund. Gemeinsame Projekte in beiden Sprachen werden dazu beitragen, das gegenseitige Verständnis für beide Sprachen zu vertiefen.
Die dritte Fremdsprache, die im altsprachlichen Zweig verpflichtend ist, setzt in der 9.Jahrgangsstufe ein. Hier besteht dann die Wahl zwischen Griechisch und Französisch. Diese dritte Pflichtfremdsprache wird dann zum Hauptfach, Englisch zum Nebenfach, was in der Zeugnis- und Versetzungsordnung von Bedeutung ist. Besonders interessierten Schülerinnen und Schülern ermöglichen wir das Erlernen einer weiteren Fremdsprache, wobei das Französisch oder Italienisch sein könnte, je nach bisheriger Sprachenwahl.

Das Modell "Latein plus"

Eine Besonderheit des Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums stellt das sogenannte "Latein plus" - Modell dar. Die Schülerinnen und Schüler der "Latein pus" - Klasse lernen von Beginn an zwei Fremdsprachen parallel: Latein (1.Fremdsprache, 5 Wochenstunden) und Englisch (3 Wochenstunden) - zwei Fremdsprachen, die sich in besonders guter Weise ergänzen. Denn das "Latein plus" - Modell vereinigt die Vorzüge einer antiken und einer modernen Sprache.

Was sind die Vorzüge der lateinischen Sprache?
Zunächst einmal sollte man ganz objektiv mit einem weit verbreiteten Vorurteil aufräumen: Latein ist nicht tot, im Gegenteil: Es lebt! Ob wir uns aus dem Fenster (lat. fenestra) lehnen oder mit dem Computer (lat. computare, d.h. rechnen) arbeiten, ob wir Sinalco (lat. sine alcohol, d.h. ohne Alkohol) trinken oder Fan (lat. fanum bezeichnet das, was einem heilig ist) der deutschen Fußball-Nationalmannschaft sind - tagtäglich verwenden wir lateinische Wortwurzeln, meist ohne uns dieser Tatsache bewusst zu sein. Auf das unzählige Vorkommen lateinischer Wortwurzeln in den internationalen (natur)wissenschaftlichen Fachsprachen muss hier nicht gesondert hingewiesen werden.
 Der Wert des Latein als Mutter der europäischen, speziell der romanischen Sprachen ist unbestritten und angesichts unseres immer näher zusammenrückenden Kontinents als Teil der gemeinsamen kulturellen Basis Europas nicht oft genug zu betonen.

Aber mindestens ebenso wichtig sind die formalen Bildungsaspekte der lateinischen Sprache. Denn Latein vermittelt Schlüsselqualifikationen, die für die Zukunft unerlässlich sind. Latein erfordert genaues Hinsehen, Beobachten und die Einordnung der gemachten Beobachtungen in ein grammatisches System. Hinsehen, Beobachten, Einordnen sind grundlegende Techniken bei jedem analytischen Prozess - auch in den Naturwissenschaften! Latein ist somit eine gute Übung wider die Oberflächlichkeit und schult die Konzentration - eine in unserer Zeit der Reizüberflutung dringend notwendige Fähigkeit.

Bei der Beschäftigung mit der lateinischen Sprache steht nicht die Kommunikation im Mittelpunkt, sondern die Sprachreflexion. Der Schüler lernt, wie eine Sprache funktioniert. Der Gesprächspartner ist nicht eine Person, sondern der Text. Im Zentrum der Arbeit steht die Übersetzung aus der antiken Fremdsprache in die Muttersprache. Jeder Übersetzungsversuch bedeutet die anspruchsvolle Aufgabe, den fremdsprachlichen Text in seiner Intention zu verstehen und mit den enstprechenden Worten der Muttersprache sinngemäß und möglichst exakt wiederzugeben. Es besteht deshalb unter Fachleuten kaum Zweifel, dass durch einen solchen Vorgang auch die muttersprachliche Kompetenz erheblich gestärkt wird.

In den antiken Texten beschäftigt sich der Schüler nicht mit aktuellenThemen, sondern mit historischen Gegebenheiten einer weit entfernten und damit um so verschiedeneren Zeit. Die Inhalte antiker Texte fordern zum Kontrast auf. Damit fördert der Lateinunterricht die Fähigkeit zum Vergleichen und zur Bestimmung des eigenen Standortes.

Diese Vorzüge bei der Erlernung einer antiken Sprache werden im "Latein plus"- Modell kombiniert mit den speziellen Vorteilen der modernen Fremdsprache Englisch.

Englisch ist Kommunikationssprache. Anders als im Lateinunterricht ist die Verständigung mit anderen und damit die Übersetzung von der Muttersprache in die Fremdsprache das Hauptunterrichtsziel. Damit fördert der Englischunterricht im Besonderen auch soziale Kompetenzen wie: auf den anderen zugehen, Offenheit, Bereitschaft, sich auf das Gespräch mit anderen einzulassen. Dabei sind Spontaneität und Kreativität gefragt. Genaues Zuhören ist erforderlich, um auf Argumente des Gesprächspartners einzugehen. Im Gegensatz zum Lateinunterricht beschäftigt sich der Englischunterricht mit aktuellen Themen, die der Erfahrungswelt des Schülers nahe liegen.

Das "Latein plus"- Modell bedient durch die Vereinigung dieser unterschiedlichen Vorzüge auch die unterschiedlichen Lerntypen gleichzeitig: der stille, zurückhaltende, introvertierte, eher theoretisch interessierte Schüler, der sich meist durch eine besondere Fähigkeit zu visuellem Wahrnehmen, zu systematisch bewusstem Vorgehen und durch Lese-Interesse auszeichnet, fühlt sich in der Regel - das hat die Erfahrung gezeigt - bei der Beschäftigung mit der lateinischen Sprache wohler, wird aber durch das gleichzeitige Erlernen der englischen Sprache in den komplementären Fähigkeiten wie Kontaktaufnahme, akustische Verarbeitung, Spontaneität, Kreativität und Sprachgewandtheit gefordert und gefördert. Umgekehrt wird der eher nach außen gewendete Typ, der mit Sprechtemperament ausgestattet spontan agiert und reagiert und damit eher der englischen Sprache zugetan ist, durch die Auseinandersetzung mit der lateinischen Sprache zu genauem und konzentrierten Arbeiten geführt.

Gerade die Kombination der beiden Sprachen Latein und Englisch, die Verbindung ihrer Erfordernisse machen das "Latein plus"- Modell daher so attraktiv. Durch das frühe Einsetzen der beiden Sprachen bleibt zudem genügend Zeit, das erworbene sprachliche Wissen durch Üben zu vertiefen. Dass in die unterrichtliche Arbeit mit den beiden Fremdsprachen auch der Deutschunterricht (z.B. durch paralleles Vorgehen, Vergleich von Wortschatz und Satzstrukturen) mit einbezogen wird, ist dem Zugewinn sprachlicher Kompetenz sehr zuträglich.

Eines muss bei der Entscheidung für oder gegen das "Latein plus"- Modell allerdings frühzeitig berücksichtigt werden: Wer sich für das "Latein plus"- Modell entscheidet, wird - das zeigt die Übersicht der Sprachenfolge am Friedrich-Wilhelm-Gymnasium - in der 9.Klasse eine dritte Pflichtfremdsprache (Griechisch oder Französisch) erlernen müssen.

Latein kennenlernen - Schnupperunterricht an Grundschulen

Seit 2006 bietet die Fachkonferenz Latein den Grundschulen im Einzugsbereich des FWG die Möglichkeit einer lateinischen Schnupperstunde für Schülerinnen und Schüler der 4. Klasse an. Denn für diese Kinder steht die Entscheidung über ihre weitere Schullaufbahn an.

Zu dieser Entscheidung gehört für viele Mädchen und Jungen auch die Wahl einer Fremdsprachenkombination in der Sekundarstufe I. Aus dem Unterricht an ihrer Grundschule kennen die Schülerinnen und Schüler bereits die modernen Fremdsprachen Englisch oder Französisch.

Am Friedrich-Wilhelm-Gymnasium wird seit bald 450 Jahren das Lateinische als erste Fremdsprache unterrichtet. Mit Beginn des Schuljahres 2005/06 hat das FWG in seinem altsprachlichen Zug das Sprachenmodell „Latein plus“ eingeführt. Dieses Modell beinhaltet, dass die Schülerinnen und Schüler der 5. Klasse mit zwei Fremdsprachen gleichzeitig beginnen: Latein (mit 5 Wochenstunden) als erster und Englisch (mit 3 Wochenstunden) als zweiter Fremdsprache. Die Einführung in beide Sprachen erfolgt behutsam und in  angemessener Weise auch spielerisch, so dass die Kinder nicht überfordert werden.

Um den Grundschülern zumindest einen kleinen Einblick in dieses traditionsreiche Schulfach und damit eine Entscheidungshilfe bei der Fremdsprachenwahl zu geben, hat die Fachkonferenz Latein am FWG eine sogenannte lateinische „Schnupperstunde“ konzipiert, mit der auch gezeigt werden soll, dass der Lateinunterricht sich gegenüber früheren Zeiten verändert und weiter entwickelt hat und heute modernen Prinzipien folgt.

Diese Schnupperstunde wird den Grundschulen in der Regel zwischen Sommer- und Herbstferien angeboten, damit interessierte  Schülerinnen und Schüler schon mit Vorkenntnissen den Schnuppernachmittag für Grundschüler im November am FWG besuchen können.

Ziele der Schnupperstunde

Kennenlernen grundlegender grammatischer Strukturen der lateinischen Sprache
Informationen über die Verwandtschaft der europäischen Sprachen, ihre Abstammung von der „Mutter Latein“ und ihr Weiterleben in der modernen Welt
Einblicke in die Arbeitsweise des gymnasialen Schulfachs Latein
Entscheidungshilfe bei der Sprachenwahl für oder auch gegen Latein als erste Fremdsprache

Bausteine der Schnupperstunde

Baustein 1: Lebendiges Latein! Die Schülerinnen und Schüler ordnen lateinische Begriffe den Namen ausgewählter Produkte des alltäglichen Konsums zu und erfahren dabei etwas über das Weiterleben lateinischer Wortwurzeln in unserer modernen industriellen Gesellschaft.
Baustein 2: „Mutter Latein“ und ihre deutschen „Töchter“! Anhand von Bildern entdecken die Schülerinnen und Schüler die Herkunft deutscher Lehnwörter aus dem Lateinischen. Dabei erhalten sie auch einen ersten Einblick in wichtige Elemente lateinischer Grammatik (Baustein-Prinzip lateinischer Wörter, Wichtigkeit von Endungen für Personen, Numerus und grammatische Geschlechter usw.).
Baustein 3: Texterschließung! Ausgehend von der Abbildung einer römischen Familie versuchen die Schülerinnen und Schüler einen einfachen lateinischen Text inhaltlich zu erschließen und bekommen damit einen ersten Eindruck von einer wichtigen Arbeitsmethode des modernen Lateinunterrichts.
Dauer der Schnupperstunde: rund 90 Minuten.

Im Zusammenhang mit der Schnupperstunde Latein erhalten die Kolleginnen und Kollegen der Grundschulen zusätzliches Informationsmaterial zum „Latein plus“-Modell des FWG.

Interessierte Grundschulen können gerne Kontakt aufnehmen (s. Startseite).
verwaltung@fwg-trier.com

Latinum

Im Folgenden erhalten Sie einen Überblick über die Dauer des Unterrichts zum Erwerb von Latinum und Graecum


Latein von Kl. 5 bis mindestens Kl. 10 einschließlich
mit Note „ausreichend“ im Jahreszeugnis
(„Latein plus“-Modell)

 Latinum

Latein von Kl. 6 bis mindestens Kl. 10 einschließlich
mit Note „ausreichend“ im Jahreszeugnis
(Latein 2. Fremdsprache)

 Latinum

Latein von Kl. 5 („Latein plus“) oder 6 (Latein 2.FS)
bis Jg. 13 einschließlich
mit Note „ausreichend“
(05 MSS-Punkte) im Abiturzeugnis

Großes
Latinum

Latein von Kl. 9 bis Jg. 13 einschließlich
(Latein 3. fakultative Fremdsprache)
mit Note „ausreichend“ (05 MSS-Punkte) im Abiturzeugnis

 Latinum

Griechisch von Kl. 9 bis Jg. 13 einschließlich
(Griechisch 3. Pflichtfremdsprache im „Latein plus“-Modell)
mit Note „ausreichend“ (05 MSS-Punkte) im Abiturzeugnis

  Graecum

Stand: Januar 2010
  

Certamen Rheno-Palatinum: Frederick Riemenschneider (MSS 12) geehrt

Am 3.5.2017 wurden die Preisträger der 1. und 2. Runde des 31. Certamen Rheno-Palatinum in einer Feierstunde im historischen Rathaussal in Koblenz geehrt. Es sprachen die Schirmherrin der Veranstaltung, Fr. Dr. Theis-Scholz von der Stadt Koblenz, Herr Ministerialrat Dr. Sundermann, für den DAV die stellvertretende Vorsitzende Janina Stahl und einer der Preisträger, Christoph Ribbe. Die Urkundenübergabe wurde vom Landeswettbewerbsleiter Herrn Dr. Hartmut Wilms moderiert. Eine Führung durch das Mittelrheinmuseum und ein Essen für die Preisträger, Juroren und Ehrengäste umrahmten die Feier.

Vom FWG wurde Frederick Riemenschneider (MSS 12) in der ersten Runde für seine hervorragenden Leistungen im Fach Latein mit dem dritten Preis und in der zweiten Runde mit dem Euterpe-Preis für seine Arbeit im Fach Griechisch geehrt. In dieser beschäftigte er sich mit dem Spannungsverlauf der Kirke-Szene von Homers Odyssee. In einem zweiten Schritt verglich er die Szene mit der entsprechenden Stelle in Rick Riordans „Percy Jackson – Im Bann des Zyklopen“ und bewertete die moderne Adaption.

Erfolge im Bundeswettbewerb Fremdsprachen (Mai 2017)

Im Bundeswettbewerb Fremdsprachen errang Gabriel Schild (10b) den 2. Landespreis, Maja Viehl den 11. und Marie Fritzen (beide 10a) den 12. Landespreis im Solo-Wettbewerb der Sprache Latein.

Die Prüfungsaufgaben beschäftigten sich mit dem Thema „Rom und die Provinzen“. Neben einem Übersetzungstext waren anspruchsvolle sprachliche Aufgaben zu bewältigen, z.B. „Hinweise für einen Statthalter“: Hier mussten im lateinischen Text Wörter um die richtigen Endungen ergänzt werden. Aber auch die römische Alltagswelt kam nicht zu kurz: In der Rubrik „res et verba“ gab es vielfältige Aufgabenformate aus dem Bereich des Lebens in einer römischen Provinz: Von der Lokalisierung von Bildungszentren der Antike über Votivtafeln, die es aus dem berühmten Kurort Epidauros zu entziffern galt, zu berühmten Persönlichkeiten, die aus den Provinzen hervorgingen. Weiterhin gab es Fragen über einen Text über Neapel in italienischer Sprache, der von den Lateinschülern ohne Italienischkenntnisse gelesen und verstanden werden konnte. Schließlich folgte noch ein Hörverstehensteil – selbstverständlich ebenfalls in lateinischer Sprache!
Die Schüler waren also gefordert, nicht nur die klassische Übersetzungsleistung zu erbringen, sondern mussten auch über ein breit gefächertes Wissen über die antike Welt verfügen, um in diesem Wettbewerb bestehen zu können.
Dies haben die drei genannten Schüler auf hervorragende Weise gezeigt – wir gratulieren ihnen herzlich!
Die Schüler erhielten eine Urkunde sowie die Anerkennung ihrer Leistungen durch die Schulleiterin Frau Brucherseifer. Am 7.6.2017 wird zudem eine offizielle Feierstunde für die Preisträger in Bad Kreuznach stattfinden.

Latein: Quicklebendige alte Sprachen am Tag der offenen Tür 2015

Auch in diesem Jahr weckte der Fachraum für Alte Sprachen wieder das Interesse der Kinder und Eltern anlässlich des Tages der offenen Tür.

Das Fachkollegium hatte wie immer mit großem Engagement ein buntes Programm zusammengestellt.

Die Klasse 6a führte die Zuschauer auf sehr lebendige Weise in einem kleinen mehrsprachigen Theaterstück (Lateinisch, Englisch, Französisch, Deutsch) durch die römischen Sehenswürdigkeiten rund um das FWG. Schülerinnen und Schüler der „Latein-plus“-Klasse 5a gewährten Einblicke in den Grammatikunterricht und demonstrierten anhand einer Übungen an der interaktiven Tafel eindrucksvoll die sinnvolle Nutzung moderner Medien in einem zeitgemäßen Sprachunterricht. Wieviel Latein in unserem Alltag steckt, zeigte eine Ausstellung von Produkten aus dem Supermarkt, deren Namen auf lateinische Wortwurzeln zurückgehen. Dass auch Fußballfans klar im Vorteil sind, wenn sie Latein können, bewies eine Sammlung von Fan-Schals bekannter englischer Fußballvereine, die für ihre Wahlsprüche nicht selten auf die Sprache der Römer zurückgreifen. Wer es lieber praktisch hatte, stellte seine Geschicklichkeit beim Delta-Spiel, dem beliebten Wurfspiel der Römer, unter Beweis. Auch die antike Schreibwerkstatt, in der man Schreibrollen herstellen konnte, erfreute sich großer Beliebtheit. Ein Büchertisch informierte über die derzeit am FWG verwendeten Lehrbücher und lud zum Schmöckern ein. Stellwände mit Argumenten für die alten Sprachen sowie zahlreiche Gespräche zwischen interessierten Eltern, Schülern und Lehrern rundeten das Informationsangebot ab.

Auch die griechische Sprache, die am FWG als dritte Pflichtfremdsprache angeboten wird, kam nicht zu kurz: Impressionen von der traditionellen Studienfahrt der Oberstufenkurse nach Griechenland gaben einen Einblick in dieses in der Trierer Schullandschaft einmalige Bildungsangebot. Unsere Fotos vermitteln Eindrücke von den Aktivitäten im Altsprachler-Raum.

Josef Frisch

Lateinischen Inschriften in Trier auf der Spur (Juni 2012)

In der letzten Lateinstunde vor den Sommerferien unternahm die Klasse 9bd eine Exkursion in die Trierer Innenstadt. Hier sollte der Lateinunterricht einmal fernab von Klassenraum und Lehrbuch an Ort und Stelle - „in situ“ - erfolgen.

Erster Anlaufpunkt unseres Unterrichtsganges war der Trierer Hauptmarkt, wo sich am sogenannten „Roten Haus“ eine berühmte Inschrift aus dem Mittelalter befindet: „Ante Romam Treviris stetit annis mille trecentis / perstet et aeterna pace fruatur. Amen!“
Nach Entzifferung und Übersetzung der Inschrift staunten die Schülerinnen und Schüler über die Behauptung der Inschrift, dass Trier bereits 1300 Jahre vor der Gründung Roms entstanden sein soll! 

Der Trierer Dom stellte ein weiteres Ziel unseres Ausfluges dar. Hier sollten die Schülerinnen und Schüler den über der Uhr angebrachten lateinischen Text „Nescitis, qua hora dominus veniet“, der an die Bibelstelle Mt 24,42 angelehnt ist, übersetzen. Trotz bevorstehender Ferien konnte von den Schülern darüberhinaus die umstrittene grammatikalische  Korrektheit des Satzes in Frage gestellt werden.

Nach diesem gelungenen Abschluss hatten sich die Schülerinnen und Schüler der Klasse 9bd ihr Eis redlich verdient!  

Klassenfahrt der 9a nach Rom (Juni 2012)

Schon lange hatten wir auf diese 4 Tage gewartet, die ersehnte Klassenfahrt nach Rom stand an. Nach 3 Jahren ohne Klassenfahrt waren wir natürlich aufgeregt. Begleitet haben uns Frau Hartkorn, Frau Stahl und Herr Guczki. Schon vorher bereiteten wir in Gruppen Referate über die einzelnen Bauwerke vor, die in Rom gehalten werden sollten. Wie das Ganze abgelaufen ist, beschreiben wir in einem kleinen Bericht.  

Tag 1
Die Anreise mit dem Flugzeug verlief unproblematisch. Nach einer Busfahrt von Trier nach Luxemburg und einem zweistündigen Flug erreichten wir schließlich die Hauptstadt Italiens, in der uns blendender Sonnenschein empfing. Nach einer weiteren Busfahrt kamen wir in der Nähe unserer Unterkunft an. Nachdem wir uns in den ordentlichen Zimmern eingerichtet hatten, ging es auch sofort los: Im Supermarkt um die Ecke deckten wir uns mit Essen und vor allem viel Wasser ein.
Unsere erste Station war das Forum Romanum. Hier hielten auch die ersten Schüler ihre Referate, die mit etwas Nachhilfe von Herr Guczki informativ und interessant wurden.
Kaum hatten wir das Forum verlassen, standen wir vor den nächsten Sehenswürdigkeiten: dem Konstantinsbogen und dem Kolosseum. Schon ziemlich geschafft machten wir uns wieder auf den Weg nach Hause, wo wir uns kurz ausruhten um dann in einer Pizzeria in der Nähe zu essen Nach einer leider etwas langen Wartezeit bekamen wir schließlich unsere erste Italienische Pizza, die wir hungrig wegputzten. Gegen zehn fielen wir müde in unsere Betten.
 

Tag 2
Obwohl wir von Schlafmangel und den Strapazen des Vortags noch etwas verdrießlich herum saßen, brachten uns Kaffee und Brötchen wieder auf Trab.
Als erstes besuchten wir die nahe gelegene Kirche Santa Maria Maggiore. Im Inneren der Kirche bekamen wir einen ersten Eindruck von der Größe und Pracht der alten römischen Kirchen.
Danach besichtigten wir Teile der Kaiserforen wie die Traianssäule.
Als wir uns das Kapitol hochgeschleppt hatten, erwartete uns ein Besuch in den Kapitolinischen Museen. Hier galt es einen Fragebogen auszufüllen, der uns quer durch das älteste Museum der Welt hetzte. Weil der Fragebogen nicht mehr ganz aktuell war, gestaltete sich dies schwieriger als angenommen. Unsere nächste Station war das Pantheon, das mit seiner großen Kuppel beeindruckte. Hier machten wir das erste mal Bekanntschaft mit Horden von Souvenirverkäufern.
Die Mark Aurel Säule, die Ara Pacis und das Mausoleum waren unsere nächsten Stationen.
An der spanischen Treppe gab es dann endlich Zeit zur freien Verfügung, die alle Schüler in Kleingruppen unterschiedlich nutzten.
 

Tag 3
Am dritten Tag taten endgültig allen die Füße weh, während wir uns weiter durch den Großstadtdschungel kämpften. Die Engelsburg, die wir auch von innen besichtigten, beeindruckte  mit ihrer Größe, Wehrhaftigkeit und dem tollen Ausblick vom Burgdach.
Als nächstes war der Besuch des Vatikans und des Pertersdoms vorgesehen, der von den meisten als das Highlight der Romfahrt angesehen wird. Jedenfalls haben wir lang genug angestanden. Wer wollte, konnte auch noch die über 500 Stufen auf die riesige Kuppel hochsteigen.
 
Vom Vier-Ströme-Brunnen auf der Piazza Navona ging es weiter zum Trevibrunnen, der in der Dunkelheit angestrahlt eine romantische Stimmung verbreitete, sodass manche sogar Rosen kauften oder Geld in den Brunnen warfen. Die meisten vergnügten sich aber mit dem hervorragenden Eis, das man in den Eisdielen um den Brunnen kaufen konnte.
  
 

Tag 4
Am letzten Tag kamen wir zuerst zur Campo dei  fiori, auf der aber kein Markt mehr stattfand. Danach gab es Freizeit, bis wir uns auf der Piazza Navona wieder trafen.
Bei der Lateran-Basilika dachten wir uns schon: „Noch so eine Kirche!“ Doch die gelungene Mischung aus antikem Fundament und barockem Innenraum ließ die eigentliche Kathedrale Roms in anderem Licht erscheinen als zum Beispiel Santa Maria Maggiore.
Die letzte Sehenswürdigkeit der Romfahrt waren die Caracalla-Thermen, die wir nur kurz bewundern konnten.
Nach einer Verpflegungspause war es soweit: Die Abfahrt stand an. Nachdem wir gefühlte 6 Stunden auf unseren Bus zum Flughafen warten mussten, stiegen wir ins Flugzeug. In Luxemburg war es leider nicht so sonnig wie in Italien, aber wir freuten uns schon auf ein langes faules Wochenende zuhause, um uns von den Strapazen zu erholen.  
Es war zwar anstrengend, doch Alles in Allem hat die Romfahrt sehr viel Spaß gemacht und wir haben einiges gelernt.
Wir danken an dieser Stelle noch einmal Frau Hartkorn, Frau Stahl und Herrn Guczki für die wundervolle Klassenfahrt.
Jakob Leonardy, Klaus Jakob Vleeming 9a  (6-2012)

Wettbewerb Alte Sprachen: FWG erfolgreich

Mit fünf Preisen gehörte das FWG zu den erfolgreichsten Schulen in Rheinland-Pfalz, als am 24. Mai in Neuwied die Sieger des traditionenellen Wettbewerbs der "Alten Sprachen" Certamen Rheno-Palatinum ausgezeichnet wurden .
Die Preisträger (alphabetisch): Johannes Aubart, Lajos Basten, Nils Höfer, Tabea Orzechowski, Sören Schneider.

Preisverleihung: Wettbewerb Alte Sprachen

Tabea Orzechowski hielt die Rede zur Preisverleihung des Certamen Rheno-Palatinum in Neuwied (20. April 2010, Neuwied)  

Sehr geehrte Damen und Herren, 
ich heiße Tabea Orzechowski und komme aus Trier. Ich möchte mich zunächst im Namen aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei den Veranstaltern des Wettbewerbs – besonders bei dem Landeswettbewerbsleiter Hartmut Wilms – für die Einladung und den herzlichen Empfang bedanken.  Ich als eine der Preisträger freue mich, eine Kurzansprache zu diesem Wettbewerb halten zu können. Als Schülerin des Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums Trier stehe ich in der Folge einer langen Tradition dieser Schule, der die Vermittlung der alten Sprachen schon immer ein Hauptanliegen war und die die Teilnahme an diesem Wettbewerb unterstützt hat. An dieser Stelle möchte ich mich auch herzlich bei meinem Kursleiter Herrn Frisch für die Unterstützung bedanken.
W
er hat nicht schon oft folgenden Satz gehört: „Latein ist eine tote Sprache und für uns heute schon längst nicht mehr relevant!“Dem möchte ich aus meiner eigenen Erfahrung heraus energisch widersprechen: Latein ist weder unwichtig noch tot, sondern eine alte Sprache, auf der sich unsere gesamten so genannten Romanischen Sprachen aufbauen. Damit sehe ich Latein auch als eine zeitlose Sprache, die sogar heute noch hochaktuell ist.Ein gutes Beispiel dafür sind die vielen Fremdwörter und Begriffe, die es ohne Latein gar nicht geben würde. Latein ist auch heute noch in vielen Sprachen lebendig. Ich möchte damit auf meine ehemalige Lateinlehrerin anspielen, die mir erzählte, dass sie sich in Rom auf Lateinisch einen Eisbecher bestellt hatte und in Rumänien auf den Markt gegangen war und auf Latein eingekauft hatte. Latein ist also alles andere als tot. Oder um es auf den Punkt zu bringen. Ohne Latein wären wir mit unserem Latein am Ende!  Ich möchte mich auch zu meinen persönlichen Erfahrungen mit dem Fach Latein äußern:Meine „Latein-Karriere“ begann in der 6. Klasse... mit einer 6! Dies sollte allerdings ein einmaliger Ausrutscher bleiben, der mich nicht entmutigt, sondern im Gegenteil sehr motiviert hat. Denn die lateinische Sprache hat mich schon von Anfang an fasziniert. Deshalb habe ich mir durch eine schlechte Note am Anfang den Spaß am Latein nicht nehmen lassen. Diese Erfahrung möchte ich auch anderen mitgeben, damit sie in solchen Situationen motiviert bleiben, sei es in der Schule, im Studium oder in anderen Lebenslagen. 
Wettbewerbe wie das Certamen Rheno-Palatinum helfen dabei, sich intensiver mit solchen Dingen und Problemen zu befassen. Man lernt, konstant und hartnäckig an einer Sache zu arbeiten, sich in einen Text mehr und mehr zu vertiefen und sich kritisch mit ihm auseinander zu setzen, man entdeckt neue Dinge, und das macht die Sache spannend und auch lebendig.  Ich kann sagen, dass sich die Arbeit gelohnt hat - trotz allerMühe, trotz des zeitlichen Drucks (wie z.B. durchgearbeitete Nächte, wie es sicher vielen ergangen ist).  
Meiner Meinung nach fördern Wettbewerbe wie dieser nicht nur allgemein, sondern auch persönlich. Ein Ergebnis dieses Wettbewerbs ist nicht nur, dass ich einen Preis gewonnen habe, über den ich mich sehr freue, sondern auch, dass ich in Latein meine Facharbeit schreiben und ich mich auch nach der Schule mit Latein befassen werde.  Solche positiven Erfahrungen wünsche ich allen Teilnehmern. Und ich schließe in diesem Sinne auf gut Latein: „Audientibus gratias ago!“ -Was auf Deutsch so viel heißt wie: „Vielen Dank fürs Zuhören!“ 
Tabea Orzechowski 

„Satzglieder sind, ja hör gut zu …“ Wenn die Schülerinnen und Schüler der Latein-plus-Klassen 5a und 5b am FWG den „Satzglieder-Rap“ anstimmen, ist im Lateinunterricht nicht nur gute Laune und viel Spaß, sondern auch höchste Einprägsamkeit angesagt. Unterstützt durch rhythmisches Klatschen oder Tanzbewegungen werden wichtige Satzglieder, die nicht nur für lateinische Texte wichtig sind, spielend gelernt: Die Bestimmung von Subjekt, Objekt, Prädikat und adverbialen Bestimmungen fällt den Kindern immer leichter, die obligatorischen Fragen an den Satz (Wer? Wen oder was? Wem? Wie? Wo? Wann?) stellen sich fast von selbst. Als zusätzliche Lernmotivation hat die Klasse 5a den „Satzglieder-Rap“ in der vergangenen Woche auch in römischen Gewändern dargestellt.