Jugend forscht (17.02.2017)

In der Aula der Hochschule am Schneidershof fand am 17. Februar 2017 der „Jugend forscht“ Regionalwettbewerb Trier statt. Vom FWG nahmen Niklas Czubkowski und Philipp Neusens – beide aus Jahrgang 13 – teil.

Nach der Ausrüstung der vorbereiteten Stellwände mit den zuvor erstellten Präsentationsmaterialien am Morgen führten die dreiköpfigen Juroren-Teams für die verschiedenen thematischen Bereiche des Wettbewerbs ab 9.30 Uhr mit den Teilnehmern die 15-20minütigen Fachgespräche, in denen die Arbeit in der gebotenen Kürze, gleichzeitig jedoch inhaltlich präzise vorzustellen war. Mehr oder weniger detaillierte inhaltliche und fachmethodische Nachfragen, Fragen dazu, wie die Schüler überhaupt zu ihrem Thema gefunden hatten, sowie Fragen zu ihren zukünftigen Forschungsinteressen mussten beantwortet werden.

Niklas hatte die Ergebnisse seiner Facharbeit im Bereich Geo- und Raumwissenschaften eingereicht. In seiner Arbeit ging es um den Nachweis des 3. Kepler‘schen Gesetzes am Beispiel der Jupitermonde. Für die Datenerhebung fotografierte Niklas mit dem Teleskop des Vereins Sternwarte Trier in vielen langen Nächten alle fünf Minuten die vier größten Jupitermonde. Anhand der ermittelten Daten, die den Literaturwerten erstaunlich nahe kamen, konnte er die Allgemeingültigkeit des Gesetzes aufzeigen, das der Astronom und Mathematiker Johannes Kepler vor mehr als 400 Jahren durch seine Forschungen erkannt hatte. Das Gesetz besagt in diesem Fall, dass das Verhältnis zwischen dem Quadrat der Mondumlaufzeiten – also der Zeit, die die Monde brauchen, um den Jupiter zu umrunden – und der dritten Potenz der großen Halbachsen ihrer Ellipsenbahn für alle um Jupiter kreisenden Monde gleich ist. Als besonderes Highlight gelang es Niklas durch Übereinanderlegen seiner aufgenommenen Fotos sogar, die Gesamtbahnen von drei Monden sichtbar zu machen.

Philipp hatte im Anschluss an seine Biologie-Facharbeit mit Unterstützung durch das Team des Instituts für Biotechnologie und Wirkstoff-Forschung der Universität Kaiserslautern neue Versuche mit einem anderen, zur Biolumineszenz fähigen Bakterium durchgeführt und methodische Probleme, die sich im Rahmen der Facharbeit ergeben hatten, erfolgreich gelöst. Die neuen Ergebnisse präsentierte er nun im Wettbewerb. Ihn interessierte bei seinen Versuchen, wie die Kommunikation zwischen Bakterien, die durch von den Bakterien selbst produzierten und ins Außenmedium abgegebenen Substanzen erfolgt, so zu beeinflussen ist, dass die Bakterien gezielte Fehlinformationen erhalten. Diese Fehlinformation würde beispielsweise bei Krankheitserregern dazu führen, dass sie ihre Pathogenität während des Infektionsprozesses verlieren und erfolgreich durch das menschliche Immunsystem bekämpft werden können. Die Suche nach Stoffen, die in der Lage sind, die Kommunikation der Bakterien in der beschriebenen Weise zu verändern, hat besondere Bedeutung für das post-antibiotische Zeitalter, da therapeutisch wirksame Medikamente gegen bakterielle Infektionen benötigt werden, die bei multiresistenten Keimen wirksam sind und gleichzeitig keinerlei neue Resistenzen provozieren.

In Anwesenheit von Oberbürgermeister Wolfram Leibe und ca. 250 weiteren Gästen wurde es am frühen Abend bei der Preisverleihung spannend. Getrennt nach den verschiedenen thematischen Bereichen wurden alle Teilnehmer aufgerufen und mussten sich vor der Bühne aufstellen. Dann wurden nach und nach auf der Bühne die Teilnahmeurkunden übergeben und schließlich wurde als letztes der Sieger auf die Bühne gebeten, mit seiner Urkunde ausgezeichnet und einer Laudatio geehrt. Niklas Czubkowski gewann im Bereich Geo- und Raumwissenschaften und Philipp Neusens im Bereich Biologie den 1. Preis. Beide FWG-Schüler mussten schließlich nochmals auf die Bühne, als es um die Verleihung der Sonderpreise ging. Die Arbeit von Niklas Czubkowski „Nachweis des 3. Kepler’schen Gesetzes am Beispiel der Jupitermonde“ wurde zusätzlich mit dem Sonderpreis „Beste Arbeit“ prämiert. Den Sonderpreis „Bestes interdisziplinäres Projekt“ erhielt die Arbeit von Philipp Neusens „Beeinflussung des Quorum sensing durch aktiviertes Methionin als Therapieansatz zur Cholera-Behandlung – Ein Modellversuch mit Vibrio harveyi-Leuchtbakterien“.

Nun heißt es „Daumen drücken“, wenn die beiden FWG-Abiturienten Anfang April am „Jugend forscht“ Landeswettbewerb in Ludwigshafen teilnehmen. Wir wünschen ihnen viel Erfolg!

(Projektbetreuer: Patrick Lenz, Dr. Annette Thomas)